Die Umwelt des Menschen erweist sich immer mehr als ein prägender Faktor seiner gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen. Sie ist aber selbst auch ein Produkt eben dieser Entwicklungen. Ein tieferes Verständnis des komplexen Zusammenhanges zwischen Gesellschaft, Kultur und Umwelt spielt daher eine Schlüsselrolle in der Erfassung dynamischer Prozesse des Wandels, in denen die drei Bereiche nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.
Die Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ widmet sich daher in bislang nie dagewesener Interdisziplinarität der Erforschung dieses Themas. Archäologen arbeiten zusammen mit Physikern, Biologen und Medizinern, Experten für antike Literatur und Geschichte mit Geologen und Klimaforschern, Historiker mit Geographen und Materialwissenschaftlern, kurz: Geistes- mit Naturwissenschaftlern, um am Phänomen der Landschaft menschliche Entwicklung als komplexes Phänomen zu begreifen, in dem ‚Kultur’ und ‚Natur’ nicht Gegensätze sind, sondern als innig ineinander verwobene Elemente den Wandel menschlicher Gesellschaften vorantreiben. Exemplarisch werden hier besonders antike Gesellschaften untersucht, da ihre Entwicklungen aufgrund ihrer zeitlichen Entfernung und der weitgehenden Abgeschlossenheit ihrer Entwicklungen gut als Modelle studierbar sind. Unterstützt werden soll diese Arbeit in Zukunft noch durch ein Lehr- und Forschungszentrum: das Johanna-Mestorf-Zentrum für Landschaftarchäolgie und Socio-Environmental Research.
Der Schwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt und Kultur im Wandel“ hat sich zudem besonders dem kulturellen Aspekt zugewandt: Historiker, Philologen, Musik- und Kunstwissenschaftler bearbeiten hier z. B. die Fragen, welche Rolle die ‚Sprachlichkeit’ in gesellschaftlichen Prozessen spielt oder auf welche Weise überhaupt Wissen in Gesellschaften generiert und weitergereicht wird und wie dies dann gesellschaftlichen Wandel bewirkt. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler schließlich erforschen zusammen mit Philosophen und Juristen die Frage, wie es um das Moment der Gerechtigkeit steht, wenn in einer globalisierten Welt sämtliche Grenzen (scheinbar) fallen.