Der Cluster „Materialien für das Leben“ erforscht neue intelligente Materialien und Materialsysteme mit komplexen, vielfältigen Sensor- und Aktuatorfunktionen, um Eigenschaften wie Selbstkontrolle, Adaptation und Selbststeuerung medizinischer Therapie zu adressieren. Dieses komplexe Anforderungsprofil für neue in-vivo Applikationen macht dabei die Originalität und Risikobereitschaft des Forschungsprogramms aus. Die Bedeutung des Clusters für das Forschungsfeld resultiert aus der Möglichkeit, diese neuen Materialsysteme für eine kontinuierliche Überwachung und Behandlung kritischer Gesundheitszustände einzusetzen. Als Konsequenz werden diese Systeme die Mobilität und Unabhängigkeit von Patienten durch die Bereitstellung komplexer Informationen über den medizinischen Zustand verbessern und so zur nächsten Stufe des sogenannten „Ambient Assisted Living“ beitragen.
Die hohe Intensität und Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit ist ein wesentliches Charakteristikum des Forschungsprogramms. Durch die Kombination von Grundlagen- und angewandter Forschung werden die Voraussetzungen für die Forschung und Entwicklung neuer multifunktionaler Materialien für die angestrebten Anwendungen geschaffen, wobei „bottom-up“ und „top-down“ Ansätze genutzt und über einen großen Skalenbereich und kombiniert werden. Durch Integration dieser intelligenten Werkstoffe in multifunktionale medizinische Implantate oder Sonden ermöglicht dieser Ansatz neuartige Diagnosen und Optionen der medizinischen Behandlung bzw. Prophylaxe unter Bedingungen, bei denen normalerweise die Erfassung und Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten schwierig oder unmöglich gewesen wäre.